[Song of the Week] Joni Mitchell – Big Yellow Taxi (Cover by Frederike Vermehren)

Diesen Klassiker von Joni Mitchell aus dem Jahre 1970 kennen wohl die meisten, so dass ich zum Inhalt gar nicht viele Worte verlieren muss. Don’t it always seem to go that you don’t know what you got till it’s gone – Ist es nicht immer so, dass man nicht weiß, was man eigentlich hat, bis man es verloren hat. Das Lied ist voll süßer Bitterkeit und kleiner Geschichten, die zum Nachdenken über unsere Welt verleiten. Viele Künstler haben sich daran versucht, und die meisten haben aufgrund der simplen Melodie und Akkorde passable Versionen zustandegebracht.

Die Coverversion von der dänischen Jung-Musikerin Frederike Vermehren habe ich vor einigen Jahren per Zufall auf Youtube entdeckt, und ihre raue Stimme ist mir sofort ins Ohr gegangen. Jahrelang habe ich danach nicht mehr an das Lied gedacht. Als ich heute mal wieder meine Ferien-Spotify-Liste aktualisierte, kam mir mit einem Mal Big Yellow Taxi in den Sinn, und sofort war die Verbindung zu diesem speziellen Video wieder da. Dummerweise konnte ich mich aber beim besten Willen nicht mehr an den Namen der Musikerin erinnern, und so klickte ich mich eine halbe Stunde durch “Big Yellow Taxi Cover Girl”-Suchergebnisse. Überraschenderweise kam ich nicht zum gewünschten Ergebnis… Einer Eingebung folgend machte ich mich an die Durchforstung meiner Video-History, und dank des praktischen Suchfeldes fand ich endlich, was ich suchte.

Nun, beim erneuten Hören nach bestimmt drei oder vier Jahren Pause, weiß ich wieder, was ich an ihrer Interpretation so mochte. Sie ist unaufgeregt, entspannt, aufgrund der prägnanten Stimme aber doch wieder herausragend. Hört selbst einmal hinein. Und wenn ihr schon dabei seid, tut euch danach einen Gefallen und klickt auf ihre Interpretation von “She’s leaving home” der Beatles – ein weiterer Ohrenschmaus. Leider hat Frederike seit Jahren keine neuen Videos veröffentlicht, zumindest nicht unter diesem Channel, und ich halte sie auch nicht für jemanden, von dem wir in Zukunft viel hören werden, doch auch die kleinsten Künstler verdienen Anerkennung, wenn sie so gute Musik machen. Und dafür ist mein Blog da.

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Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

Monatelang war es still hier auf dem Blog… der Grund ist, dass mein Job mich völlig vereinnahmt hat und mir kaum Zeit für private Dinge blieb. Die stundenweisen Auszeiten am Strand haben mich zu den Geschichten inspiriert, die ich hier veröffentlicht habe, aber insgesamt kam die Freizeit doch viel zu kurz. Dies lag auch teilweise an meiner WG, in der ich mich nicht mehr so wohl gefühlt habe, wie es zu Anfang der Fall war. Als Resultat habe ich mehr Zeit als nötig in der Schule verbracht und konnte mich auch abends zuhause nicht entspannen. Diese Zeiten sind aber nun vorbei, denn mit dem Beginn der Sommerferien habe ich meine Sachen gepackt und bin in meine eigene Wohnung gezogen. Nun habe ich meine eigenen vier Wände auf dem Dorf, wo ich zwar sicherlich nicht für immer bleiben werde, mich aber doch voraussichtlich ein paar Jahre heimisch fühlen werde. Schön ist auch, dass mehrere Kolleginnen in unmittelbarer Entfernung wohnen, so dass ich hier nicht ganz alleine bin. :)

Aber zurück zu dem Blog! Ich habe mir fest vorgenommen, den Einträgen wieder Leben einzuhauchen, und bereits in wenigen Minuten damit zu beginnen. Die Kultur soll meinen Alltag wieder mehr beherrschen. Auch soll das Spektrum des Blogs wieder um Stöckchen und ähnliches erweitert werden. Das Leben ist bunt – und bunt soll auch mein Blog sein.

Ich hoffe, dass ihr mir auch über eine Dürreperiode hinweg treu geblieben seid, und wünsche euch einen zauberhaften, möglichst kulturreichen Sommer! :)

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Spuren im Sand

Geschickt wich sie der kunstvollen Sandburg aus, die jemand –vermutlich ein Kind- mitten auf ihrem Weg platziert hatte. Die Burg erschien auf den ersten Blick schlicht: wie ein Vulkan war sie geformt, lief nach oben hin spitz zu und wurde von einem Stein gekrönt. Menschen, die ebenfalls den Strand entlangpilgerten, um die Frühlingsluft zu genießen, blieben stehen und warfen einen Blick auf die Burg. Auf den zweiten Blick offenbarte sie ihren eigentlichen Zauber: wenn man genau hinsah, konnte man feine Wege erkennen, die in die Oberfläche eingearbeitet waren. Dünne, aber gleichmäßige Vertiefungen, die sich ihren Weg rund um die Burg bahnten und schließlich sanft ausliefen. Der Burggraben erstreckte sich mit einem Durchmesser von etwa einer Handbreite im Sand und war gefüllt mit schwarzen, vertrockneten Algen, die von der unbarmherzigen Flut dort hineingedrückt worden sein mussten. Sie passten nicht zum majestätischen Ambiente der Burg, und darum konnte sie sich nicht vorstellen, dass der Erbauer sie dort willentlich platziert hatte. Vielmehr waren sie ein Zeichen der Natur, die sich der Burg anzunehmen begann. Schon bald würde das Kunstwerk aus Sand nur noch ein unförmiger Klumpen sein. Geschaffen vom Menschen, zerstört von der Natur im Laufe der Zeit. Einzig der gelb-braune Stein würde so bleiben, wie er in diesem Moment war. Die Form erinnerte sie an eine Ente, oder an einen Käfer – diese beiden Automarken konnte sie beim besten Willen nicht auseinanderhalten. Schon so häufig war ihre milde Verzweiflung ob der Unterschiede in der Karosserie belächelt worden, doch es war, wie es war: für sie sahen beide Autos einfach gleich aus.

Mittlerweile waren ein Junge im Kindergartenalter und sein Großvater an der Burg stehengeblieben  und beäugten sie beeindruckt. Der Junge zeigte mit dem Finger darauf und murmelte etwas, das auch aus wenigen Metern Entfernung schon nicht mehr zu verstehen war. Der ältere Mann zog daraufhin seine schlichte Windjacke noch etwas enger um sich zusammen, nickte und antwortete genauso leise. Sie umkreisten die Burg ein-, zweimal und verließen den Schauplatz dann Hand in Hand. Der Junge strahlte über das ganze Gesicht, und sie fragte sich, ob der Großvater dem Kleinen wohl eine eigene Sandburg versprochen hatte – vielleicht im heimischen Sandkasten?

Ein Stück blau-weißes Plastik, das zum Teil im Strand eingegraben war, erregte ihre Aufmerksamkeit. Es war dort achtlos zurückgelassen worden, trotz der in regelmäßigen Abständen aufgestellten Hinweisschilder, dass Müll doch bitte wieder mitgenommen werden sollte. Das Mindesthaltbarkeitsdatum war zum Teil abgerissen, doch sie konnte die Jahreszahl einwandfrei erkennen. Es war eine 16. Innerhalb dieses Jahres sollte der Inhalt also verzehrt werden – nur dass er schon nicht mehr da war. Die blaue Oberfläche des etwa fünf Zentimeter langen Plastiks war zum Großteil abgeschabt, als hätte jemand es mit Schmirgelpapier bearbeitet. Große Flächen waren komplett weiß, einige kleinere hatten noch ihre Ursprungsfarbe und bei den Übergängen zeigten sich klare Schleifspuren.

Sie fragte sich, wie dieses Papier hier an den Strand gekommen war. Hatte sich ein Kind eine Stärkung für den Ausflug ans Meer mitgenommen? War es jemandem in diesem Zustand aus der Jackentasche gefallen, als er oder sie nach einem Taschentuch griff? Oder war es vielleicht sogar angespült worden und stammte aus dem unmittelbar gegenüberliegenden Nachbarland? Obwohl sie neugierig war, nahm sie das Plastik nicht auf, um es näher zu untersuchen. Es gehörte nun offenkundig zur Strandlandschaft dazu. Sand hatte sich sowohl innen als auch an der Außenseite festgesetzt. Ein weiterer Versuch der Natur, sich etwas von Menschen Geschaffenes anzueignen.

Ihr Blick fiel nun auf einen flachen Stein direkt neben dem Plastik. Er war nur etwa einen halben Zentimeter hoch und beinahe rechteckig. Die Kanten waren von der rauen See abgeschliffen. Je länger sie den Stein betrachtete, umso mehr faszinierte sie an ihm: die Innenseite durchzogen weiße Einkerbungen, die gleichmäßig oval waren und jeweils spitz zuliefen. In ihrer Gesamtheit erinnerten sie sie stark an die Form des Sydney Opera Houses, welches sie vor fast zwei Jahren hatte erkunden können. Selbst die Farben stimmten überein.

Vorsichtig blies sie die vereinzelten Sandkörner fort, die sich auf der Oberfläche niedergelassen hatten, um ein Detail besser erkennen zu können: an der oberen Kante war ein Stück abgesplittert, nur etwa so groß wie der Nagel eines Kinderfingers, und darunter kam eine glänzende, tiefbraune Oberfläche zum Vorschein. Auf den ersten Blick verbarg der Stein diese; er offenbarte sein Geheimnis nicht sofort. Dieser Anblick war denjenigen vorbehalten, die sich die Zeit nahmen, näher hinzusehen.

Auf der nach außen gewölbten Seite des Steines entdeckte sie neben einigen kreisrunden Löchern, die aussahen, als wären sie mit Hilfe eines Zirkels konstruiert worden, etwas, das sie dazu veranlasste, den Stein direkt vor ihre Augen zu halten und langsam in alle Richtungen zu drehen: eine Erhöhung, etwa einen Zentimeter im Durchmesser, die umrandet war von einer gleichmäßigen Vertiefung. Zunächst fühlte sie sich nur an die Sandburg erinnert, die sie zuvor erspäht hatte, doch dann bemerkte sie die feinen Rillen und unscheinbaren punktuellen Einbuchtungen in dieser Erhöhung. Als sie vorsichtig mit ihrem meeresfarbigen Fingernagel darüber strich, tat sich nichts; die Struktur blieb bestehen. Es schien ihr, als sei dies der versteinerte Überrest einer Meerespflanze, die viele Jahre überdauert hatte. Die Einkerbungen waren so zart, aber doch klar in ihrer Struktur. Und als sie den Stein noch ein klein wenig höher hob, um die Erhöhung von der Seite zu betrachten, erkannte sie mit vor Anstrengung zusammengekniffenen Augen, dass die Rillen am hinteren Ende winzige Löcher hatten, die ihnen die Optik einer waagerechten Orgelpfeifen-Ansammlung verliehen. Dieses Fundstück war in jedem Fall ein Zeuge längst vergangener Zeiten.

Für heute hatte die Natur sie genug überwältigt. Langsam stand sie auf, klopfte sich den Sand von der Jeans und schulterte ihre Tasche. Mit einem kurzen Klopfen auf die Seitentasche vergewisserte sie sich, dass der Stein darin sicher untergebracht war, dann machte sie sich auf den Rückweg in ihre warme Wohnung. Ein weiteres Mal hatte dieser Ort ein Stück seines Zaubers offenbart, und sie konnte es kaum erwarten, zurückzukehren und etwas Neues zu entdecken.

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Stunden im Paradies

„Wer braucht schon Hawaii?“ frage ich mich, während meine sandigen Schuhe mich weiter und weiter über den Sand tragen. Genau hier ist der Ort, nach dem ich seit meiner Ankunft in meiner neuen Heimat vor etwa neun Monaten gesucht habe, und ich kann mir nicht vorstellen, dass es irgendwo noch ein Fleckchen Erde gibt, das noch idyllischer und verzaubernder ist als diese paar Quadratkilometer. Laut quakende Gänse ziehen in einer schnurgeraden Formation über meinen Kopf hinweg, und ich erinnere mich an eine Diskussion, die ich erst kürzlich mit meiner Mutter zu diesem Thema geführt habe. Aus dem Biologieunterricht war mir dunkel in Erinnerung geblieben, dass es immer einen Anführer gibt, der sich bei Erschöpfung zurückfallen lässt, so dass ein anderer die Leitung übernimmt. Doch warum eine solche V-Formation? Haben die natürlichen Feinde es nicht auf diese Weise einfacher, ein Tier vom Ende der Reihe zu erwischen?

Apropos natürliche Feinde – eine Fliege umschwirrt seit einigen Momenten hartnäckig mein Gesicht. Ich bin geschmeichelt, dass sie Interesse an mir findet, kann jedoch gut auf ihre Gesellschaft verzichten. Schließlich bin ich hier, um für ein paar Stunden meinen permanent arbeitenden Kopf zur Ruhe kommen zu lassen, und um endlich einmal wirklich alleine zu sein. Meine Berufswahl hat unweigerlich zwei Konsequenzen nach sich gezogen: zum einen stehe ich ständig mit außergewöhnlichen und alltäglichen Bazillen in Kontakt – welche mir jetzt gerade eine ausgeprägte Erkältung beschert haben -, zum anderen sind immer viele laute Menschen um mich herum. Das ist zwar oft sehr erfüllend, aber manchmal sehne ich mich nach Ruhe und Abgeschiedenheit. Diese auf einem Schulgelände zu finden ist wohl etwa so wahrscheinlich wie das Finden eines Einhorns mitten auf einer belebten Einkaufsstraße. Insofern genieße ich meine Stunden fernab jeder Menschenseele, und möchte dieses Gefühl nicht von einem aufdringlichen Insekt vertreiben lassen. Und wenn ich dieser Tierordnung schon nicht entgehen kann, würde ich bitte gerne gegen einen Marienkäfer tauschen. Aber wie heißt es doch immer auf vermeintlich motivierenden und originellen Postkarten, Frühstücksbrettchen oder Kühlschrankmagneten? „Das Leben ist kein Wunschkonzert.“

Dafür, dass das Leben kein Wunschkonzert ist, erfüllt dieser Ort erstaunlich viele Kriterien meiner Wunschliste, denke ich lächelnd und zum wiederholten Male. An der Spitze des Strandes kann ich einen dunklen Hund erkennen, der aufgeregt durch das Wasser tollt. Nachdem ich meinen ersten, erfahrungsgeprägten, Gedanken beiseitegeschoben habe, welcher auf die unbeschreibliche Freude des Abtrocknens eines haarigen, nassen Hundes abzielte, kann ich mich über den Spaß, den er zweifellos hat, amüsieren. Tatsächlich steigt ein jugendliches, unverstelltes Kichern aus meiner Kehle empor und ich bin erstaunt über mich selbst. So frei von Anspannung habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt.

Spontan lasse ich mich an einer besonders sandigen Stelle nieder und betrachte das Wasser vor mir. Sein dunkles Blau wird stellenweise von einem zarten Flaschengrün unterbrochen, und ich versuche, mir die biologische Erklärung für diesen Farbwechsel zu ergründen. Erneut denke ich an meine Biologiestunden zurück und krame in meinem Gedächtnis nach dem Halbjahr zum Thema Ökologie. Doch keine Chance: sobald ich mich an den ersten, irrelevanten, Stichwörtern vorbeigeschlängelt habe, taucht plötzlich das Gesicht des Jungen vor mir auf, der mir damals den Kopf verdreht hatte. Dieses Halbjahr lief eindeutig unter der Überschrift „nur körperlich anwesend“, zumindest was diesen Leistungskurs angeht.

Schon wieder habe ich die Stimme meiner Mutter im Ohr, die mantra-ähnlich ihr „Ich weiß sowieso nicht, warum du den Bio-Leistungskurs gewählt hast“ wiederholt. Aber neben meiner Standard-Antwort, dass ich das nach all den Jahren auch nicht mehr so genau sagen kann, kommt mir nun etwas anderes in den Sinn. Vielleicht war es Schicksal. Vielleicht sollte ich genau diesem Jungen begegnen und mich Hals über Kopf in ihn verlieben. Nach diesen Monaten hatte ich viel gelernt; wenn auch nicht fachlich, sondern menschlich. Zwar läuft es mir immer noch kalt den Rücken herunter, wenn ich daran denke, wie der Kontakt zwischen uns damals geendet hat, aber wichtig sind diese Erfahrungen trotzdem gewesen.

Eine lauthals brummelnde Hummel reißt mich aus meinen Gedanken an die Vergangenheit. Sie scheint von meiner roten Lederjacke, die ich als Hommage an den Frühling angezogen habe, recht begeistert zu sein und krabbelt meinen rechten Arm auf und ab. Hier zeigt sich, dass in meinen Augen alle Tiere gleich sind, aber einige etwas gleicher: während ich das Verhalten der Fliege vorhin als aufdringlich empfand, schaue ich nun vergnügt der Hummel zu, die ein Fan der Band The Clash zu sein scheint und deren Lied Should I stay or should I go zum Lebensmotto erkoren hat – wiederholt hebt sie ab, schwebt einen Moment und landet dann doch wieder auf meinem Arm. Das Material meiner Jacke ist ausgesprochen weich und von der Frühlingssonne vorgewärmt, insofern kann ich ihre Unschlüssigkeit nachvollziehen. Ich würde hier auch nicht wegwollen.

Schließlich verabschiedet sie sich doch mit einem – wie es scheint – extra-fröhlichen Brummen und zieht weiter. Ich blicke von meinem Ärmel auf und erhasche einen Blick auf einen majestätischen Schwan, der gerade zum Tauchen ansetzt. Es ist Mittagszeit geworden, und der Schwan ist offensichtlich auf der Suche nach einem fischigen Snack. Für ein paar Sekunden sieht man nur den Schwanz des Schwans, und spontan stelle ich mir die Frage, ob ich in seiner Situation wohl ähnlich anmutig aussehen würde.

Eher nicht.

Glücklicherweise muss ich nicht oft nach meinem Essen tauchen. Genau genommen kommt das so gut wie nie vor, da ich Meeresvegetarier bin und nichts esse, was im Wasser kreucht und fleucht. Neben dem offensichtlichsten Bestandteil meiner schwarzen Liste, Fischen in allen Formen und Farben, schließt das auch Muscheln, Garnelen, Krabben, Oktopusse, Krebse, Algen und ähnliches mit ein. Dabei berufe ich mich nicht auf einen bestimmten Lebensstil, der gerade arg im Trend ist, und folge auch keinen tierrechtlichen Überzeugungen, sondern verzichte einfach dankend auf alle Nahrungsmittel aus dem Meer.

Obwohl mir der Geruch von Fisch in vielen Fällen schon nicht geheuer ist, macht es mir nicht das Geringste aus, am Meer zu sitzen und selbigen einzuatmen. Ich sauge die salzige Luft ein, überrascht davon, dass ich tatsächlich etwas riechen kann. Das hatte in den letzten Tagen noch ganz anders ausgesehen. Aufgrund der derzeit etwas ausufernden Freizeitgestaltung unserer Nachbarn unten im Erdgeschoss, die sich rund um Gras dreht – und es ist nicht Gärtnerei, was sie dort betreiben – kam mir das grundsätzlich entgegen, aber ich freue mich in diesem Moment umso mehr, dass mein Sinnesorgan wieder funktioniert.

Ich schließe für ein paar Minuten die Augen und konzentriere mich auf meine verbleibenden Sinne. Das Rauschen der Wellen ist besonders präsent und erfüllt mich mit einer inneren Ruhe und Ausgeglichenheit. Doch da ist noch mehr. In der Ferne streiten sich mehrere Möwen um einen Fisch; der Wind trägt die entrüsteten Schreie bis zu mir an den Strand. Was wohl zwischen den Tieren vorgefallen ist? Hat einer vielleicht dem anderen den nächsten Fisch versprochen? Haben sie alle gleichzeitig die Nahrung entdeckt und versuchen nun rücksichtslos, ihren Magen zu füllen? Ich kann den Schreien keine Details entnehmen, weil sie nicht menschlicher Natur sind. Gleichzeitig bin ich aber auch davon überzeugt, dass ich, selbst wenn ich die Sprache der Vögel beherrschte, die Situation noch lange nicht durchdringen würde, wenn Möwen auch nur ansatzweise so komplexe Geschöpfe sind wie wir Menschen. Wie häufig meint man, etwas vollständig zu erfassen, jemanden wirklich zu verstehen. Aber letztlich kratzt man doch nur geringfügig an der Oberfläche.

Der Versuch, Möwengeschrei mit dem komplizierten Konstrukt einer zwischenmenschlichen Beziehung zu vergleichen signalisiert mir deutlich, dass ich hier schon zu lange sitze und die Sonne mir langsam zu Kopf steigt. Träge strecke ich meine Beine aus, die mir mit einem leisen Knacken zu verstehen geben, dass sie auf dieses Aktivitätenlevel nicht eingestellt waren. Gerade will ich aufstehen, da verstummt plötzlich der heulende Wind und um mich ist nur noch sanftes Rauschen. Selbst die Möwen haben ihre Kabbelei aufgegeben. Es ist, als wollte der Strand mich mit einer absoluten Wohlfühlatmosphäre dazu verführen, noch ein wenig länger zu bleiben. Na gut, noch ein bisschen.

Ich öffne meine Augen und blinzle einmal, zweimal. Die Sonne spiegelt sich auf der krausen Wasseroberfläche und blendet mich. Aber das Wasser ist nicht die einzige Reflexionsoberfläche für das Licht – nicht weit von mir erspähe ich eine strahlend weiße Muschel im Sand, die dort ganz unschuldig zwischen all den bunten Steinen liegt. An einer Ecke ist sie ein wenig grün angelaufen, doch davon abgesehen sieht sie aus, als wäre sie soeben aus dem Meer angeschwemmt worden. Vorsichtig, um sie nicht zu beschädigen, greife ich sie und puste die vereinzelten Sandkörner hinfort, die sich in den Rillen der Muschel abgesetzt haben. Sie riecht nach Meer, und Ferne, und nach Freiheit. Ich beschließe, sie auf meiner Fensterbank zur Schau zu stellen. Anderen wird sie kaum auffallen, aber ich werde sie tagein, tagaus sehen können und an all die positiven Gefühle zurückdenken, die sie in mir auslöst.

Der Wind hat unauffällig eingesetzt und bläst mir Sand und Meergeruch um die Ohren. Nun wird es wirklich Zeit, aufzubrechen und die Gegend weiter zu erkunden. Alleine war ich hier noch nicht unterwegs; überhaupt ist dies erst der zweite Besuch, den ich der Gegend abstatte. Erst vor einer Woche habe ich die wunderschöne Landschaft bei einem gemütlichen Spaziergang gezeigt bekommen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich das Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit, das sich hier in meinem Inneren ausbreitete, auch der angeregten Unterhaltung zugeschrieben, und heute merke ich, dass der Zauber, der diesem Ort innewohnt, wirklich den Quadratmetern unberührter Natur, den Bäumen mit den kunstvoll ineinander verschlungenen Ästen, den zirpenden Grillen im hohen Gras, den glattgeschliffenen Steinen und den steilen Klippen zuzuschreiben ist. Am liebsten würde ich das Gefühl, zusammen mit der frischen Luft, in ein kleines Glas sperren, um es jederzeit bei Bedarf herausholen zu können. Doch ich weiß, dass die Magie dieses Ortes auch in der langen Anfahrt und der Abgeschiedenheit liegt. In diesem Fall kann der Berg nicht zum Propheten kommen, und das ist auch gut so.

Ich folge den Fußspuren im Sand, die gleichermaßen von Menschen und Tieren stammen, bis zu dem schmalen Aufgang, den wir beim letzten Mal genommen haben. Trotz meines schwachen Orientierungssinnes erkenne ich diese Stelle wieder, weil runde und ovale Steine sich hier übereinandertürmen. Genau dieser Weg, der eigentlich keiner ist, erinnert mich intensiv an das Ferienhaus meiner früheren besten Freundin, das ebenfalls zu so einem Stein-Pfad und schließlich an die schäumende Ostsee führte. Damals, zu Schulzeiten, waren wir jeden Sommer dort, und während des Studiums hatte ich mir das Haus einige Male ausgeborgt. Es war immer schön dort, aber an diese Idylle kommt es bei weitem nicht heran.

Nach einem letzten lange Blick auf die Wellen, die kräftig gegen die Steine schlagen und sich dann immer wieder zurückziehen, drehe ich mich um und mache mich an den Aufstieg. Vor meinem inneren Auge zieht das Ostseewasser weiter über die fest im Boden verankerten Algen hinweg, und der Gedanke, dass es das auch ungestört weiter tun wird – ob nun Menschen dort sind oder nicht – ist irgendwie beruhigend. Die Natur lässt sich nicht stören an diesem kleinen Fleckchen Erde, sondern geht stetig ihrem Geschäft nach. Diese Entschleunigung wirkt Wunder für meine hektischen Gedanken, die in meinem Kopf hin- und hereilen, gelegentlich miteinander kollidieren und in Fragmente zerspringen, die ich dann in mühsamer Arbeit wieder zusammenzusetzen versuche. Die Hektik ist weggepustet, und all die Probleme, mit denen ich mich gerade herumplage, beherrschen wenigstens für ein paar Stunden nicht mehr meinen Kopf. Manchmal habe ich das Gefühl, er sei kurz vorm Zerspringen; so voll, wie er ist. Aber das steht jetzt nicht mehr im Vordergrund – meine größte Sorge ist, über einen aus dem Boden ragenden Stein zu stolpern, wie ich es auf dem Weg hinunter zum Strand schon auf äußerst elegante Weise getan hatte. Auch wenn mich hier niemand kennt, war ich froh, dass ich in diesem Moment allein auf dem Pfad gewesen war. Die Tollpatschigkeit, mit der ich gesegnet bin, erheitert zwar die Menschen um mich herum in regelmäßigen Abständen, doch ich bin darüber nicht immer so entzückt.

Den für die Verhältnisse der umliegenden Dörfer und Städte sanften Anstieg bewältige ich ohne größere Unglücke, und wandere gleich darauf einen ausgelatschten Pfad zwischen Weiden entlang. Zwei wachsame Möwen zu meiner Linken verfolgen jeden meiner Schritte mit unergründlicher Miene. Ich widerstehe dem kindischen Drang, ihnen die Zunge herauszustrecken und wandere stattdessen mit einem Lied auf den Lippen weiter. Zuerst wundere ich mich, dass mir genau jetzt diese Melodie in den Sinn kommt, doch dann vollführt mein Gehirn die gedankliche Pirouette und erinnert mich an das Konzert wenige Tage zuvor in meiner Heimatstadt, für das ich die lange Anfahrt auf mich genommen hatte. Gedanken aller Art brechen mit einem Mal über mir zusammen und ich schließe kurz die Augen. Das gehört nicht in diese heile Welt. Ich will nicht über die Person nachdenken, die mir seit einer langen Zeit Kopfzerbrechen und schlaflose Nächte bereitet. Das tue ich so schon genug. Entschlossen öffne ich die Augen wieder und fokussiere meinen Blick auf den grünen Hügel, der sich direkt vor mir erstreckt. Eine vereinzelte Gans saust über mir vorbei, und ich muss unwillkürlich lächeln: wenn diese Gans ähnliche Orientierungsprobleme hat wie ich, dann wird sie so schnell nicht an ihrem Ziel ankommen. Amüsiert von der Vorstellung einer Gans mit einem Navigationssystem, das sie sich um den Hals geschnallt hat, kann ich die negativen Gedanken wieder hinfortschieben, die mich kurz zu überwältigen drohten.

Ich schlendere an einer weiteren Weide vorbei, auf der drei zottelige Rinder grasen. Vorwurfsvoll blicken sie durch ihre unter Fell hervorlugenden Augen, als ich nur kurz stehenbleibe, ohne aber mit einem Nachmittagssnack näher zu treten. Bedauernd zucke ich mit den Schultern und zeige auf das Füttern verboten! – Schild am Zaun. Um sie nicht länger mit meiner futterlosen Anwesenheit zu quälen, nicke ich ihnen freundlich zu und setze meinen nun wieder ansteigenden Weg fort. Ein paar Minuten verweile ich an einer Informationstafel, die mir Details über die Entstehung der Halbinsel, auf der ich mich noch befinde, verrät und einige einheimische Tierarten aufzeigt. Ich nehme mir fest vor, bei meinem nächsten Besuch eine große Runde zu laufen und dabei noch mehr auf die Tiere und Pflanzen zu achten. Für heute scheint mein Ausflug jedoch fast beendet, denn hinter der letzten Anhöhe, die noch vor mir liegt, erahne ich bereits den Parkplatz. Vorausgesetzt, dass ich nicht falsch abgebogen bin – dieses Landschaftsbild kommt mir vollkommen unbekannt vor. Hoffend, dass wir letzte Woche an dieser Stelle nur gerade an einem besonders interessanten Gesprächspunkt angekommen waren, lasse ich die Tafel hinter mir zurück und schreite unsicher voran.

Tatsächlich erhebt sich nun vor mir der mittlerweile gut gefüllte Parkplatz. Gewohnheitsmäßig lasse ich meinen Blick über die Fahrzeuge schweifen, um zu sehen, ob ich eines davon kenne. Während ich eine ausgesprochen katastrophale Gesicht-zu-Namen-zuordnen-Fähigkeit besitze, kann ich Geburtstage und Autokennzeichen erstaunlicherweise äußerst gut behalten. Mein Vater hätte dazu gesagt „Tja, jeder kann was.“ Wie Recht er hatte. Wenn ich also ein Auto einer mir bekannten Person sehe, erkenne ich es zuverlässig wieder, deshalb sind diese Blicke oft ergiebig. Fast erwarte ich, das kleine weiße Auto zu sehen, das mich das erste Mal in diese Welt getragen hatte, doch es ist nicht dabei. Stattdessen tummeln sich Familienkutschen und Autos mit Fahrradanhängern.

Plötzlich erschöpft ob der abrupten Rückkehr in die Wirklichkeit lege ich die letzten Meter bis zu meinem eigenen Auto zurück und lasse mich auf den von der Sonne angewärmten Sitz sinken. Die Luft im Fahrzeug ist abgestanden und nicht zu vergleichen mit der frischen Brise unten am Meer. Am liebsten würde ich direkt noch einmal zurück, doch mittlerweile bin ich durchgefroren und merke meine schmerzenden Füße überdeutlich. Für heute ist es genug, doch schon sehr bald kehre ich in mein kleines Paradies zurück, davon bin ich felsenfest überzeugt.

Mit einem Brummeln erwacht der Motor zum Leben, als würde er der Hummel von vorhin nacheifern wollen, und mit geöffnetem Dach und dem Gepäck voller Glücksgefühle düse ich zurück in Richtung der dritten Heimat. Denn die zweite, die habe ich hier gefunden.

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Weihnachtszeit – Lesezeit

Ihr Lieben,

es tut mir furchtbar Leid, dass mein letzter Blogeintrag schon so viel Staub angesetzt hat. Mit dem Beginn meines neuen Jobs im August ergab sich eine endlos lange To-Do-Liste, und ich bin im privaten Bereich zu kaum etwas gekommen. Für das neue Jahr habe ich mir aber vorgenommen, wieder deutlich häufiger zu bloggen.

Ein Blogtipp für all diejenigen unter euch, die sich gerne über die Freuden und Leiden des Schulalltags amüsieren: ich habe vor kurzem einen Blog für meine Joberlebnisse gegründet und werde unter www.heutekeinehausaufgaben.wordpress.com Anekdoten, Geschichten, Fragwürdiges und Amüsantes festhalten. Schaut gerne häufiger mal vorbei und lasst euch von mir auf Reisen in den Klassenraum mitnehmen. :)

Aber zurück zu diesem Blog hier. Wie eingangs erwähnt, nehme ich mir für 2016 vor, regelmäßig zu bloggen und euch meine Eindrücke zu Filmen, Büchern, Musik und anderem mitzuteilen. Um jetzt schon einmal Inspiration für das folgende Jahr zu sammeln, habe ich noch drei Fragen an euch:

1. Welches war euer Lieblingsbuch des Jahres?

2. Welcher Film hat euch am meisten beeindruckt oder zum Lachen gebracht?

3. Welches Lied hat euch verzaubert?

 

Ich wünsche euch ein wunderschönes, friedvolles Weihnachtsfest und freue mich auf eure Antworten!

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[Song of the Week] Sia – Chandelier (Cover/ Twisted Measure)

Die eindrucksvollsten Musiker lerne ich häufig über pure Zufälle kennen, und so war es auch in diesem wunderbaren Fall. Vor einiger Zeit war ich auf einer Online-DJ-Plattform einer geschlossenen Gruppe unterwegs und wurde von einem der Anwesenden gebeten, Chandelier von Sia in meine aktuelle Playlist aufzunehmen. Ohne zu wissen, worauf ich mich da einließ, suchte ich den Song heraus. Das Video begann und ich war kurz davor, einen weiteren Tab zu öffnen, schließlich lief die Musik bei mir eher im Hintergrund. Doch das änderte sich schlagartig bei Chandelier.

Sia Furler, wie die Australierin mit vollem Namen heißt, hat ihr Musikvideo um eine junge Tänzerin aufgebaut, die sich in so anmutiger, und gleichzeitig verstörender, Manier durch die kahlen Räume bewegt, dass man nicht anders kann, als wie gebannt die bewegten Bilder zu verfolgen. Zu der Choreographie gesellen sich Sias durchdringende Stimme und elektronische Beats, die die Geschichte von einem verzweifelten Partymädchen erzählen. Das Mädchen hat die Kontrolle über das eigene Leben längst verloren, trinkt und feiert wie mechanisch. Die Bewegungen der erst 11-jährigen Maddie Ziegler ergänzen diese melancholischen Worte und machen das Gesamtwerk zu einem Unikat.

Ich war gefangen von Sias Stimme und führte mir diesen Song von nun an deutlich häufiger zu Gemüt, bis ich auf eine Coverversion stieß, die mich auf ganz andere Weise berührte. Er stammt von der US-amerikanischen A-Capella-Gruppe Twisted Measure, die zu einem College in North Carolina gehört. Ihre Version variiert in der Struktur und insbesondere in der Intensität, die sich ihren Weg durch die gesungenen Worte bahnt. Durch die Stimmgewaltigkeit der Gruppe und der Absenz jeglicher Instrumente wird das Lied zu einem verzweifelten Appell, das lyrische Ich aus ihrer Situation zu erretten. Insbesondere die Stimmfärbung der jungen Frau, die im zweiten Teil des Lieds stärker in den Vordergrund tritt, beschert mir jedes Mal wieder eine Gänsehaut und nimmt mich mit auf eine emotionale Achterbahn.

Letztlich habe ich mich aus mehreren Gründen für die Version von Twisted Measure entschieden: zunächst einmal ist sie mit Sicherheit unbekannter als das Original. Ich bin sehr bemüht, euren Ohren Neues zu bieten.  Außerdem bewundere ich A-Capella-Künstler zutiefst, da sie mit ihren Stimmen all das transportieren müssen (und dürfen), was sonst Instrumente zu einem Teil mittragen. Die Harmonie dieser Gruppe ist wunderschön anzuhören und eröffnet dem Lied neue Tiefen, die Sia mit ihrem Elektro-Pop-Song nicht zu vermitteln vermochte. Macht euch selbst ein Bild davon.

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There are many amazing musicians that I discover by accident, and this is exactly what happened with the following artist. A couple of weeks ago I was on an online-DJing-platform I’m using with a group of people, and one of the fellow DJs asked me to play Chandelier by Sia. Never having heard of song or artist before, I trusted the enquiry and added this song to my playlist. When the video began, I was on the verge of opening another tab – the music had only been on in the background until now. However, this changed within seconds.

Sia Furler, which is the Australian singer’s full name, built her music video around a young female dancer in a nude body and a blonde wig, who dances across various empty rooms in a graceful, yet slightly disturbing manner, and I found myself unable to look away from this. Therefore, I followed the girl, the lyrics – sung by Sia in a very strong manner –, and the electronic beats while learning about the life of a young girl who has lost control over her life and her free will a long time ago. She parties and drinks hard, is the one who always gets called to have a good time, but who is desperate and lonely deep inside. 11-year-old Maddie Ziegler, the dancer, complements said lyrics perfectly and turns this video into an artistic masterpiece.

Sia’s voice just had me. It’d had me from the first moment, and I continued to listen to this song numerous time within the following weeks. By accident (again!) I came across another version of the song, one by the US-american a capella group Twisted Measure, who are part of a college in North Carolina. Their version partly varies in part of the structure, and especially in terms of the lyrics’ intensity that shows itself through the words sung. Due to the strong, yet vulnerable voices of the group and the absence of any instruments the song turns into a desperate plea to rescue this young girl from her hopeless and monotonous life. Especially the young woman who has solo parts in the second part of the song has a voice that sends shivers down my back every time I turn the music on. She takes me on an emotional ride on a rollercoaster, and when I get off, I always need a moment to calm down.

There are a few reasons why I chose Twisted Measure’s version for my blog entry: first of all, they are not as famous as Sia, the original singer. I always try to present to you new and/or local artists that deserve to be known by more people. In addition, I very much admire the talent of a capella artists, because their voices are all they have to transport emotions, messages, appeals and everything else in a song. Instruments may facilitate this process, but they also may take away a bit of the magic. This version of Chandelier is so wonderful and harmonic, from the first to the last second. All the members of Twisted Measure provide more depth to this song than Sia could ever have included with her electronic-pop original. Please, hear for yourself and prepare to be enchanted immediately.

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Wiederbelebung

Meine lieben Blogleser und -leserinnen,

nachdem es über einige Monate hinweg nichts Neues bei der fabelhaften Kultur  der Amhranai gab, melde ich mich nun heute endlich zurück. Aus privaten Gründen konnte ich mich in der letzten Zeit nicht um den Blog kümmern, Rezensionen verfassen und mich bewusst mit neuen Musikstücken auseinandersetzen. Vieles hat mich in diesen Wochen beeindruckt, zum Nachdenken angeregt, bewegt und geprägt, sowohl literarisch als auch musikalisch. Und so freue ich mich, den Blog ab heute wieder mit neuem Leben füllen zu können.

In Zukunft wird es weniger Freitagsfüller, Montagsstarter und ähnliche Aktionen auf dem Blog geben, stattdessen möchte ich mich auf Rezensionen von Musik, Büchern und anderen künstlerischen Ergebnissen konzentrieren. Ich habe mir vorgenommen, speziell meinen literarischen Horizont stark zu erweitern und mich mit verschiedensten Genres und Schriftstellern auseinanderzusetzen. Und euch möchte ich nun ganz herzlich einladen, mich auf dieser Bildungsreise zu begleiten!

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Freitagsfüller #14

Ein klitzekleines bisschen verspätet nur o:-)

1.   Es ist fast noch Freitag könnte ich zu meiner Verteidigung sagen.

2.  Meine Lieblingsfilme in der Adventszeit sind Schöne Bescherung und Kevin allein zu Haus.

3.  Gekauft habe ich die meisten Sachen schon, jetzt geht es an das Geschenke verpacken.

4. Nächste Woche muss ich dringend ein Geschenk für meine Oma finden .

5.  Das perfekte Geschenk für sie, was ist das?

6. Zur Belohnung gönne ich mir ein oder zwei Bücher, die nicht auf meinem Wunschzettel standen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf pure Erholung , morgen habe ich Kaffeetrinken und bummeln mit einer Freundin geplant und Sonntag möchte ich vormittags sporteln und danach absolut nichts mehr tun!

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[Song of the Week] Björk – Human Behaviour

Nach einer viel zu langen musikalischen Pause hier auf dem Blog endlich wieder etwas für die Ohren. Björks Human Behaviour ist zwar schon einige Jahre alt, zählt aber nichtsdestoweniger zu den Songs, die ich immer wieder gerne höre. Sowohl die Melodie als auch der Inhalt bewegen mich, was letztlich auch der Grund dafür war, einen Blogartikel darüber zu verfassen.

Björk ist…speziell. Das ist wohl das beste Wort, um sie zu beschreiben. Nicht nur ihre Outfits sorgen für Aufsehen (wie beispielsweise das legendäre Schwanenkleid), sondern auch ihre Musik spiegelt ihre Einzigartigkeit wider. Björk Guðmundsdóttir schreibt und singt Songs, die unmöglich einzuordnen sind und vielerorts der “alternative rock music” zugeschrieben werden. Dabei sind sie so viel mehr als das.

Human Behaviour ist einer meiner Lieblingssongs von ihr, weil er so unheimlich klar in seinem Inhalt ist. Das menschliche  Verhalten wird darin auseinandergenommen, und ungeschönt dargestellt. Undurchdringlich, nicht nachvollziehbar, launisch, emotional, unberechenbar – das sind nur wenige der Ausdrücke, die fallen, und genauso zeichnen sie auch nur ansatzweise ein Bild von den Menschen, wie sie wirklich sind.

There’s no map, and a compass wouldn’t help at all – man kann Menschen nicht entschlüsseln, ihre Wege nicht deuten oder vorausahnen. Selbst wenn man denkt, dass man eine Person durchschaut hat, wird man doch ganz schnell eines Besseren belehrt.

Als ich diesen Song zu Schulzeiten kennengelernt habe, bemühte sich unsere damalige Lehrerin, unseren musikalischen Horizont zu erweitern. Ich erinnere mich noch an diesen Tag, als sei er gerade erst vorübergegangen, dabei ist es jetzt gute sechs Jahre her, dass wir in dem Musikraum saßen, sie den Videorekorder (!) anschaltete und uns das Musikvideo zu Human Behaviour vorspielte. Selbiges ist im Übrigen ebenso speziell wie die Künstlerin selbst. Während ich mich beim ersten Lauschen noch nicht recht in Björks Musik zurechtfinden konnte, und zudem enorm von besagtem Video abgelenkt war, nahm ich mir vor, das Lied noch einmal in Ruhe anzuhören. Und seitdem ich das getan habe, verstehe ich ihre Musik, ihre Botschaften ein bisschen besser.

Sicherlich bleibt Björk musikalisch gesehen weiterhin ein Rätsel. Ich würde mir auch nie anmaßen, mich als ein Kenner ihrer Musik zu bezeichnen, nachdem ich auch nur zwei ihrer Alben besitze. Aber ich habe mich hineinhören können, und viel daraus gewonnen. Schaut euch das Video an, lauscht dem Lied – zweimal, dreimal, viermal. Man braucht eine gewisse Anlaufzeit, aber Björk ist es wert.

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Freitagsfüller #13

1.  Wenn ich auf den Kalender gucke, frage ich mich, wo das Jahr schon wieder geblieben ist.

2.  Draußen ist es im Moment eigentlich nur ungemütlich .

3. Der große Unterschied zu den “goldenen Oktoberwochen” ist, dass die Sonne sich nur noch sporadisch blicken lässt.

4.  Nach den stressigen letzten Wochen gönne ich mir entspannte Stunden zuhause mit Duftkerze und Buch zur Belohnung.

5. Meine Familie konnte ich mir nicht aussuchen, meine Freunde schon – und da habe ich sehr gute Wahlen getroffen.

6. Nächste Woche ist Halloween und ich gehe vielleicht zu einer großen Halloweenparty im Rathaus.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf entspanntes Nichtstun, morgen habe ich ein paar PC-Projekte geplant und Sonntag möchte ich mich beim Sport verausgaben!

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